Der Akron-Tarot   

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Auszüge aus meiner Rezension für Zukunftsblick:

„Der Akron-Tarot fußt zwar auf den klassischen Tarotspielen wie dem Thoth-Tarot, stellt jedoch eine Weiterentwicklung dar. Die große Besonderheit dieses Tarots sind zwei neue Trumpfkarten, die den Deutungsmöglichkeiten des herkömmlichen Tarots völlig neue Dimensionen und Tiefen erschließen.

Akron wird vor allem mit dem Baphomet-Tarot in Verbindung gebracht – ein künstlerisch wie textlich hochklassiges Werk, das dem Autor aber ob der düsteren, abschreckenden Bilder Gigers einen eher finsteren Nimbus verliehen hat: Gegen immer wiederkehrende Gerüchte, er sei Satanist, muss sich Charles Frey alias Akron schon seit Jahren abgrenzen.

Dieser Tarot nun behält in Karten und Buch den hohen künstlerischen und geistigen Anspruch bei, zeigt aber in seiner Vielschichtigkeit und Farbigkeit mehr vom tatsächlichen Wesen des Magiers samt seiner CoAutoren.

Die Karten sind kollagenartig inszeniert und erinnern in ihrer Art vor allem bei den Figuren schon mal an mittelalterliche Stiche. Es sind keine „erdigen“ Bauch-Bilder, vielmehr ist der Stil der Karten elegant, intelligent und manchmal ironisch. Die kleinen Arkana werden optisch durch die vier Elemente und deren Farbgebung charakterisiert. Die großen Arkana haben auch die größte Tiefe und sind vielschichtig, satt und farbenfroh. Obwohl in Bild und Text viel mit alten Archetypen gearbeitet wird, sind die Erläuterungen dazu zugleich sehr modern und nehmen bewusst kritisch immer wieder Bezug auf den heutigen Wissensstand und Zeitgeist in Politik und Gesellschaft.

Akrons Lehren sind u.a. matriarchalisch und jungianisch geprägt. Er arbeitet in seinem Weltbild viel mit dem Animus/Animaprinzip, der inneren Göttin in den Frauen als Metapher für weibliche Urkraft und den Schatten, die jeder Mensch in sich trägt. Männer und Frauen sollen ihre Schattenseiten – also ihre unbewussten oder unterdrückten Seelenanteile, von Akron oft „Dämonen“ genannt - ans Licht holen, um vollständig zu werde, was häufig nur durch Schmerz erreicht werden kann. Dies gilt besonders für den inneren, gegengeschlechtlichen Part. Vor allem die Aussöhnung mit dem inneren Mann und der inneren Frau macht den Menschen vollständig und befähigt ihn, wirklich zu lieben. Einen speziellen Fokus legt Akron darauf, dass die Frauen wieder zu ihrer ursprünglichen, inneren Kraft (der Göttin) finden, damit das Ungleichgewicht der Geschlechter und mit ihm all die Taten und Grausamkeiten, die daraus resultierend zwischen Mann und Frauen entstanden sind, erlöst werden kann.

Viele Karten – besonders der großen Arkana – werden dementsprechend von den Autoren in ihrer Bedeutung variiert und mit größerer Tiefe oder auch ganz neuen Ideen und umfangreichen Deutungen versehen. Als Bonus gibt es noch 6 neue Legesysteme, die in Kombination mit dem beiliegenden Göttinnen-Poster, tiefe Einblicke in die Seelen- und Beziehungslandschaft ermöglichen.

Ein kleines Streiflicht auf die Vielfalt des Buches zeigt sich in den folgenden drei Karten.

Um die Tiefe und den Erkenntnisreichtum dieses Werkes ganz erfassen zu können, sollte man sich für die Karten und das Buch aber wirklich Zeit nehmen und sich einlassen. Es lohnt sich.

XX Morphogenese

Den meisten als Gericht bekannt, erhält dieser Archetyp hier eine den Zeitgeist besser treffende Ausrichtung. Mit Morphogenese meinen die Autoren jene zeit- und raumübergreifenden Urbilder und Energiestrukturen, die zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten das gleiche passieren lassen, und den Menschen durch verschiedenste Inkarnationen in einer langen Kette aus Ursache und Wirkung seine Lebensläufe selbst inszenieren lassen. Die Karte betrifft also gleichsam einen über dem normalen Bewusstsein liegenden Bereich, von dem wir hier eine Ahnung bekommen. In ihrer Energie sind wir in der Lage, aus übergeordneter Sichtweise heraus Zusammenhänge zu erkennen und Ereignisse in unserem Leben zu verstehen. Die Weisheit, die darin liegt, bewahrt uns zugleich vor Schuldzuweisungen oder subjektiven Beurteilungen.

XV.1 Schwarze Göttin / XV.2 Scharlachrote Anima

Diese Karte ziert nicht umsonst das Cover des Buches, sie ist eine der beiden neuen Trumpfkarten und das Herzstück des Akron-Tarots. Die Idee zu dieser Ergänzung der großen Arkana beruht darauf, dass es nicht nur einen männlichen Dämon geben kann (den Teufel), es gibt auch einen weiblichen, eine dunkle Seite in der Frau, die aber in vielen Jahrhunderten patriarchaler Unterdrückung zum großen Teil in Vergessenheit geraten ist und nun in der Verborgenheit unseres Unterbewusstseins herumgeistert und von dort aus viel Schaden anrichtet. Die schwarze Göttin ist das Dunkle und Vernichtende im Weiblichen, die Kali des Abendlandes. Im Manne wird diese Energie durch die Scharlachrote Anima repräsentiert – auf der Karte das Spiegelbild der Göttin. Die verführerische und geheimnisvolle Erscheinung löst im Mann wilde Sehnsucht und zugleich Furcht vor Ihrer (Zerstörungs-) Kraft aus. Frauen kann der Archetyp der dunklen Mutter eine neue Bewusstheit über die finsteren Seiten in ihrem Wesen eröffnen, und Männern als Anima den Weg zu den Bereichen des Weiblichen weisen, vor denen Sie sich fürchten. Passend zum Urbild der schwarzen Göttin sind die Herrscherin, die Hohepriesterin und die Lust im Buch um den direkten Bezug zur weißen und roten Göttin erweitert worden, so dass im System der großen Arkana nun auch die dreifaltige Göttin des heidnischen oder Hexen-Glaubens zu finden ist.

Prinz der Scheiben – Der Sozialerneuerer

Sein Vater, der König, nennt sich den Wirtschaftsplünderer und steht für jene kapitalistisch ausgerichteten Menschen, die von allem Materiellen nie genug kriegen können – ohne jedoch ihre Sehnsucht und Gier je stillen zu können, weil das, was sie suchen, nicht durch materielle Güter ersetzbar ist. Sein Sohn, dem es noch an Reife fehlt, opponiert auf seine Weise, in dem er der materiellen Weltanschauung seines Vaters ein soziales Bewusstsein hinzufügt. Er will die Gesellschaft verbessern und trumpft mit neuen Ideen auf. Dennoch bleibt ihm Besitz und Körper immer das wichtigste.

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Alle Tarotkarten auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung des AGMüller Urania Verlags: © AGMüller Urania


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