Das Petersen Tarot   

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Über das Deck

Obwohl das komplette Kartenset erst seit 2001 existiert, hat das Petersen-Deck schnell international Anerkennung gefunden. Dies hat seinen Grund vor allem in der herausragenden künstlerischen Gestaltung des Decks. Die Karten sind überaus anspruchsvoll und zugleich intuitiv, dabei von einer Eleganz und Harmonie, die es einfach zu einer großen Freude und Erfahrung macht, sie zu betrachten und sich auf die kreative Kraft der Bilder einzulassen.

Die Schönheit und Gefühlstiefe der Karten spiegelt sich auch in ihrer Entstehungsgeschichte, die für die Erschafferin Margarate Petersen zu einer langen Reise in das Unbewusste wurde.

"Immer feiner und tiefer bin ich in die Welt des Mikrokosmos eingetaucht. Ich gehe durch Körpergewebe, fühle Nahtstellen, die unbekannte Landschaften und vertrautes Terrain verbinden." sagte sie selbst über die immer feinstofflicheren Erfahrungen, die sie beim Malen des Decks durchlebte.

Der gesamte Erschaffungsprozess der großen Arkana ist es wert, näher betrachtet zu werden, denn er sagt viel über den Charakter des Decks aus. Die Künstlerin selbst beschreibt ihn folgendermaßen:

?1979 begegneten mir die Tarotkarten durch einen ?Zufall". Eine Begegnung, die mein Leben gründlich verändern sollte, denn seit dieser Zeit bin ich mit der Erforschung der Tarotkarten verbunden. Um die geheimnisvollen Bildordnungen, Symbole, Zahlen und Elemente tiefer zu verstehen, begann ich, was mir als Malerin nahe lag, die Karten zu malen. Erst mal nur für mich. Ein meditativer Vorgang, der, anders als Sprache, Raum entstehen lässt für das, was nicht benannt werden kann.
Das Eintauchen in eine Karte gleicht einem Weg in ein Labyrinth mit seinen Winkeln, Abzweigungen, verschlungenen Pfaden und Fallen. Ein unberechenbarer Prozess, der ein genaues Wahrnehmen der Signale, Sprachen und Bilder des Unterbewusstseins fordert. Ein Freimachen von Theorien, Ideologien und vorgefertigten Meinungen. Das Bild einer Karte auf sich wirken lassen, sich einlassen und fühlen ... was löst es aus? Die Symbole helfen, das persönliche Erleben mit dem überpersönlichen zu verbinden. An einigen Karten habe ich jeweils fast ein ganzes Jahr gearbeitet. Geduld und Zeit braucht es, um Begegnungen dieser Art erfahren zu können.

Die 22 großen Arkana [...) entstanden im Zeitraum von 1979 bis 1994. In diesen 15 Jahren haben mich die Karten ebenso gewandelt, wie auch ich die Karten geformt, gestaltet und gewandelt habe. Es ist ein Weg, den ich nicht geplant hab, sondern es ist geschehen oder besser gewachsen.

Die Art dieses Entwicklungsprozesses ist unvorhersehbar, ein unsystematisches, scheinbar chaotisches Vorgehen, wobei ich mich einzig auf meine Träume verlassen habe. Die 22 großen Arkana sind Urbilder, die tief verwurzelte Emotionen zum Ausdruck bringen. Durch den Kontakt mit einem Symbol findet eine Erneuerung und Verwandlung von psychischen Energien statt.

Es gibt viele Legenden und Mythen über das Tarot, keine ist falsch oder richtig. Gerade in dieser Flexibilität liegt eine Kraft, die herausfordert, einen individuellen Weg zu kreieren."

Wie sie selbst sagt, war der Entwicklungsprozess der Karten unvorhersehbar, chaotisch. Dies spiegelt sich insofern in den großen Arkana wider, als dass sie nicht einem bestimmten Stil zuzuordnen sind, sondern es immer wieder durch einzelne Karten zu Brüchen in der Einheitlichkeit der Gestaltung kommt.

Die 56 kleinen Arkana schuf Margarete Petersen in wesentlich höherer Geschwindigkeit als die großen Arkana, dennoch brauchte sie insgesamt 22 Jahre bis zur endgültigen Fertigstellung aller Karten.

Die kleinen Arkana unterscheiden sich stilistisch von den Trümpfen, doch das hohe künstlerische Niveau bleibt bestehen - jedes Bild für sich ist ein Kunstwerk. In den Karten eingearbeitete Quadrate und Kreise tauchen als stilistische Merkmale immer wieder auf und erzeugen zusammen mit den eingesetzten Farben und Symbolen eine Homogenität innerhalb des jeweiligen Elementes.

Die Hofkarten sind collagenartig inszeniert. Beim Malen bemühte sich M. Petersen, alle Standards und kulturelle Konditionierungen abzulegen. Bewusst wählte sie für die Hofkarten Familienbezeichnungen, da Mutter, Tochter, Vater und Sohn uns als Persönlichkeitsschwingungen am nächsten stehen und jeder Mensch seine Familie auch in sich trägt. Die Hofkarten repräsentieren für sie ein soziales Netz, Vermittler, die für Kommunikation und Austausch sorgen.

Bei den Zahlenkarten der kleinen Arkana wählte M. Petersen als besonders schöne Abwandlung für das Element Luft nicht die Schwerter als Symbol, sondern Federn, um die Leichtigkeit, die Verwandtschaft zum Atmen und das schillernde, sich bewegende des Elementes besser ausdrücken zu können. Statt der klassischen Stäbe des Feuerelementes malte sie Flammen, die Wachstum, Sonne und Licht symbolisieren sollen.

Die Zahlenkarten 1-10 in ihren 4 Elementen stehen hier wie auch bei klassischen Decks für die vielfältigen Ebenen des Alltags. Für die Künstlerin sind Zahlen ? Fixpunkte im unendlichen Raum. Durch Zahlen entstehen Rhythmus und Struktur " und die Zahlen im Tarot wie ? Gefäße, die den Inhalt durch ihre speziellen Eigenschaften modellieren ."

So wie die Erschaffung des Decks selber eine Reise der Selbsterfahrung für die Künstlerin war, so erweist sich die starke Verbindung mit dem Unbewussten in den Kartenbildern auch als besonders geeignet für Selbsterfahrungslegungen. Wenn man sich den Bildern und Texten zu den einzelnen Karten wirklich öffnet, dann führen sie in der Deutung zu neuen Sichtweisen und teils sogar offenbarenden Erkenntnissen. Mit diesem Deck ist ein ganz anderer, intuitiverer Zugang zu Deutungen möglich als man aus der klassischen Legepraxis kennt. Ein bisschen Mut braucht man vielleicht, und einige Vorkenntnisse im Tarot, um sich nicht nur auf die schönen Bilder sondern auf das Wesen dieses Tarots wirklich einlassen zu können- aber es lohnt sich!

Margarete Petersen

wurde in Glücksburg (Schleswig Holstein) geboren und studierte die Malerei in Kiel, München und Berlin. Sie lebt nun nach einer Zeit in Tessin und Bayern wieder in Berlin.

Ihr Tarot ist vom Königsfurt-Verlag herausgebracht worden und in jedem Buchhandel oder Internethandel erhältlich.

Alle Tarotkarten auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt Verlags: © Königsfurt Verlag, Krummwisch.


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